Wir haben alle ein Ich entwickelt, welches darauf ausgerichtet ist, in der Welt zu funktionieren und in der Gesellschaft einen Status zu generieren, der uns Schutz, Anerkennung und Mitwirkung ermöglicht.
Das ist gut, überlebenswichtig und sichert die Erfüllung vieler unserer Grundbedürfnisse.
Gleichzeitig tragen wir alle Anteile in uns, deren Integration in dieses Ich uns Schwierigkeiten bereitet. Sie scheinen mit der Welt, in der wir klar kommen müssen, nicht viel zu tun haben und verunsichern uns.
Es ist ein dem Menschen innewohnender Trieb, allem was er ist, in seinem Leben einen Ausdruck, eine Widerspiegelung, ein Erkanntwerden zu schenken, welches ihm in seinen So-Sein bestärkt.
Eine Mitteilung aus dem Inneren, die nicht darauf ausgelegt ist, etwas darzustellen oder zu erreichen. Wenn wir uns einem Menschen gegenüber öffnen, der uns mit Wohlwollen und Verständnis zu hört, geschieht etwas Bedeutsames:
Wir können wir uns ein Stück weit mehr verkörpern. Wir erden uns, indem wir diesen schwammigen, diffusen, uns verunsichernden Realitäten in uns, einen Anker im Außen geben.
Das erklärt gleichzeitig unsere große Angst, mit dem, was wir sind, auf Ablehnung, Unverständnis und Zurückweisung zu stoßen.
Etwas in uns zieht sich daraufhin zurück und verliert ein Stück weit die Hoffnung, einen Platz in unserem Leben zu finden.
Ich empfinde einen nicht unerheblichen Anteil unseres gesellschaftlichen Kollektivs mit einer eher engen Toleranzgrenze ausgestattet, bezüglich dem, was an einem Menschen als gut und nützlich gewertschätzt wird.
In einer Gesellschaft, die zum einen stark auf Profit ausgerichtet ist, zum anderen einen Rattenschwanz an indoktrinierten Scham- und Schuldgefühlen hinter sich herzieht, fallen einige seelisch- menschliche Aspekte durch das Raster und man tut gut daran, nicht damit hausieren zu gehen.
Die Menschen, die in der Lage sind, mit dem Herzen zu hören und dabei ihre eigenen Werte, Interessen und Projektions-Dynamiken in den Hintergrund zu stellen, wollen gefunden werden.
Wir sind alle mit der Fähigkeit ausgestattet, zu vertrauen und zu mißtrauen.
Wir haben ein Gespür dafür, wenn uns etwas vorgetäuscht wird und wenn nicht.
In dem Moment, wo wir mit unseren Bedürfnissen in Kontakt sind und aufhören, sie in Folge von Enttäuschungen zu negieren, können wir unsere Sinne und Fähigkeiten ausweiten.
Wir übernehmen die Verantwortung für unser Bedürfnis, uns zu verkörpern und machen uns auf die Suche.
Auch in der Natur und im Kontakt mit Tieren können wir die Erfahrung machen, erkannt and angenommen zu werden, so, wie wir sind.
Um so beglückender ist es, dies mit einem anderen Menschen zu erleben.
Und so schließe ich mit einer Zeile aus “Ode an die Freude”:
"Wem der große Wurf gelungen,
eines Freundes Freund zu sein
wer ein holdes Weib errungen,
mische seinen Jubel ein!”
Herzliche Grüsse,
Eva

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